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Hospiz – Was ist das?
Das Wort Hospiz kommt aus dem
Lateinischen und bedeutet Gast, Herberge, Gastfreundschaft.
Gastfreundschaft kennen wir alle – Das bedeutet für uns Geborgenheit
geben und Heimat haben.
Hospize gab es schon im Mittelalter.
Mönche gewährten damals den Pilgern an gefahrvollen Stationen
ihrer Reise Unterkunft und Unterstützung, kümmerten sich um Verletzte,
Kranke und Sterbende.
Betrachten wir unser Leben als eine Pilgerreise, dann ist die letzte
Lebensphase eine Wegstrecke, auf der die Menschen besonderer
Unterstützung bedürfen.
Heute sind
Hospize Orte der Gastfreundschaft
für unheilbar Schwerstkranke und Sterbende, um den Wirklichkeiten von
Krankheit, Leiden und Tod nicht auszuweichen.
Die moderne
Hospiz-Idee hatte ihre Anfänge in
London. Mitte des Jahrhunderts verbreitete sie sich in den
angelsächsischen Ländern und den USA.
In Deutschland kam es 1986 zur
ersten Einrichtung eines eigenständigen Hospiz in Aachen, kurze Zeit
später in Recklinghausen. Heute gibt es stationäre Einrichtungen,
ambulante Hospiz-Dienste, sowie Hospiz-Initiativen, die noch keine
Patienten begleiten, sich aber für die Verbreitung des Hospiz-Idee
einsetzen. Ohne die große Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen ist die Fortsetzung der Arbeit in den meisten
Einrichtungen undenkbar.
Der Begriff Hospiz steht in erster
Linie nicht für ein Gebäude oder eine Institution sondern für ein
Konzept / ein Programm.
Und was steckt hinter dem Programm?
Erklärung anhand der
Anfangsbuchstaben des Wortes Hospiz:
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H = Hoffnung
:
Die Hospizbewegung ist für
zahlreiche Menschen zum hoffnungsvollen Wort einer bestimmten Weise
der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender, sowie deren Angehöriger
geworden: Ohne Hoffnung kann
der Mensch nicht leben. Sie soll bestehen bleiben über den Tod hinaus.
Das, worauf die Hoffnung sich richtet, wird sich allerdings von Stufe
zu Stufe verändern:
- Hoffentlich werde ich wieder
gesund
- Hoffentlich vertrage ich die Chemotherapie einigermaßen
- Hoffentlich kann ich noch
einmal wieder nach Hause
-
Hoffentlich kommt meine Frau/ mein Mann mit all dem zurecht
-
Hoffentlich ist einer bei mir, wenn es so weit ist
Unsere Aufgabe ist es, den Weg für die jeweils „nächste“ Hoffnung zu
ebnen.
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O = Offenheit :
Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind für
alle da. Es wird nicht nach Religion, Hautfarbe oder Bankkonto
gefragt. Dazu gehört aber auch eine Vertrauensbasis schaffen und
ehrlich miteinander umgehen. Als Begleiterin muss ich lernen offen zu
sein, mit dem Herzen zu hören, um dem Kranken Brücken zu bauen, die
ihm helfen, über seine Gefühle sprechen zu können, über das, was ihn
eigentlich
bewegt. |
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S = Sicherheit:
erlange
ich durch Kompetenz. Trotz zahlreichen Schulungen gibt nicht
das Rezept
für eine gute Begleitung – sondern das Rezept für einen ehrenamtlichen
sowie hauptamtlichen Begleiter ist es, sich mit seiner eigenen
Sterblichkeit auseinander zusetzten, um dem Sterben begegnen zu
können. |
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P = Persönlichkeit:
Das
helfende Gespräch und die begleitende Begegnung am Sterbebett müssen
von großem Einfühlungsvermögen und von tiefer Achtung gegenüber der
Persönlichkeit der/des Sterbenden geprägt sein. Jeder Mensch hat seine
eigene Persönlichkeit, seine eigene Lebensgeschichte, sein eigenes
Umfeld und seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche, die die Begleitung
bestimmen. |
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I = Identität:
steht
hier für Echtheit, Ehrlichkeit und Einzigartigkeit jedes Einzelnen im
Mittelpunkt, des Sterbenden sowie des Begleiters / Begleiterin. Eine
echte Begegnung wird möglich, indem beide Seiten ihre eigene Identität
einbringen
Aber auch à ich identifiziere mich mit dem Hospizgedanken: JA zur
Sterbebegleitung und NEIN zur aktiven Sterbehilfe / Euthanasie. |
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Z = Zuwendung:
einfach
Dasein, die Balance suchen und aushalten zwischen helfender Nähe und
heilender Distanz. Vorrangiges Ziel der Hospizbewegung ist es, die
Wünsche sterbender Menscher zu erkennen und zu erfüllen. Ich muss mich
vom Sterbenden leiten lassen. – Wahrnehmen, auf seine Signale
eingehen, Zeit haben, aushalten von Schweigen und Ohnmacht, lassen und
loslassen können. |
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Hoffnung, Offenheit, Sicherheit,
Persönlichkeit, Identität, Zuwendung
sind prägend für eine Begegnung zwischen Menschen, besonders mit
Kranken und Sterbenden.
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