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Vortrag vor
der Generalversammlung des Fördervereins am 04.06.1997
von Alexander Arens
Zurzeit der Gründung der Stiftung
Hospital zum Hl. Geist in Geseke vor über 630 Jahren wurden weite
Bereiche des gemeinschaftlichen Lebens der mittelalterlichen Stadt
durch Bruderschaften, Zünfte, Bauer- und Genossenschaften geprägt.
Eine Bruderschaft, wie sie dem Namen nach noch heute in der Geseker
St. Sebastianus-Schützenbruderschaft fortlebt, beinhaltete drei
Komponenten: eine gesellschaftliche Aufgabe, einen geselligen Part und
nicht zuletzt einen christlichen, was sich in der Namensgebung „Hl.
Geist“, „St. Nikolaus“ oder eben auch „St. Sebastianus“ ausdrückte.
Eine Bruderschaft zum Hl. Geist scheint in Geseke bereits 1328
bestanden zu haben. Sie tritt auch in Zusammenhang mit der Gründung
des Hospitals in Erscheinung, das im 14. Jahrhundert in dem zu diesem
Zweck geschenkten ehemaligen Hause des Bertram Bertraminc eingerichtet
wurde. In dem überlieferten Schriftstück von 1374 sicherte die Stadt
der Stiftung Hospital zum Hl. Geist am Hellweg die Befreiung von allen
städtischen Abgaben zu. Es sollte arme und kranke Leute, die bedürftig
waren, aufnehmen, denn die Pflege der Armen und Kranken war
üblicherweise Sache der Familie. Verwaltet wurde es von je einem
Mitglied der Bruderschaft und einem Ratsmitglied, den „Vormündern“.
Das Personal bestand aus einem Knecht und einer Magd. Die Armen und
Kranken, später auch Waisen und durchziehende Pilger, wurden also
lediglich gepflegt, nicht medizinisch versorgt.
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