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Man stelle
sich ein Lied vor, das viele viele Töne hat. Das Lied ist wunderschön,
weil jeder dieser Töne da ist und seinen Beitrag zur Melodie leistet.
Manche Töne sind ganz kurz, andere dagegen ganz laaaaaaang und dann
gibt es noch welche die sind dazwischen - mittellang.
Aber
zurück zu unserem Lied. Plötzlich passiert etwas Unerwartetes mit dem
Lied: Jemand lässt einen einzigen Ton herausfallen. Plötzlich klingt
die komplette Melodie anders. Es fehlt ein Ton und die anderen Töne,
die auf ein Zusammenspiel mit ihm abgestimmt sind, müssen sich an eine
leere Stelle in der Notenzeile gewöhnen. Immer wieder, lange Zeit wird
das Lied dann ohne diesen bestimmten Ton gespielt - es gibt auch
keinen Ersatz für diesen Ton, denn man kann einen Ton nicht so einfach
ersetzen.
An seiner Stelle steht einfach nichts. Die anderen Töne finden das
komisch, dass dieser Platz von nun ganz leer sein soll und sie
entscheiden sich dazu, dem verlorenen Ton ein Denkmal zu setzen. Sie
setzen ein Pausenzeichen um zu erinnern, dass an diesem Platz einmal
ein besonderer Ton saß. Nach einer langen Zeit wird auch dieses Lied
auch zu einem gern gehörten Lied. Es ist zwar anders als das Lied
vorher, aber auch die Melodie dieses Liedes klingt nach einiger Zeit,
nachdem man sich mit der ungewohnten Pause ein wenig vertraut gemacht
hat, wunderschön - aber eben ganz anders!
(c) Kerstin Müller, Aachen 2004
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